Elternbrief – Körpersprache

Elternbrief – Körpersprache

Liebe Eltern,

unser Thema für diesen Monat im Kinderkurs ist Körpersprache. Ein leichtes Lächeln, ein Hochziehen der Augenbrauen oder ein Zusammenkneifen der Augen kann schon sehr viel über unsere Stimmung oder Einstellung verraten. Diese sogenannten “Mikrogesten” sind zwar nur für Millisekunden ersichtlich, können aber viel ausmachen. Wir entscheiden häufig in Sekunden, ob uns jemand sympathisch, reserviert oder sogar bedrohlich vorkommt, ohne vorher ein Wort gewechselt zu haben.

Unbewusstes bewusst machen

Jeder von uns besitzt eine eigene Körpersprache und interpretiert die Körpersprache anderer.
Meistens tun wir das unbewusst, was aber nicht bedeutet, dass es nicht sinnvoll ist, Körpersprache bewusst „lesen“ und verstehen zu lernen. Besonders im Alltag kann diese Fähigkeit sehr hilfreich sein. Bewusst eingesetzte Körpersprache kann Kindern helfen selbstbewusster zu werden und andere besser einzuschätzen.

Zur Körpersprache gehören nicht nur Mimik und Gestik, sondern auch Betonung und Körperhaltung.
Gerade für Kinder ist Körpersprache noch schwer zu interpretieren. Deshalb ist es sinnvoll, ihnen früh zu zeigen, welchen Unterschied bewusst eingesetzte Körpersprache machen kann.

Eine gute Körperhaltung

Für eine gute Körpersprache ist eine gesunde Haltung wichtig. Wenn Ihre Kinder von Natur aus gerade stehen oder sitzen, loben Sie sie. Eine gerade Haltung drückt Selbstbewusstsein aus,  eine gebeugte Haltung hingegen strahlt Unsicherheit aus.

Wenn Sie mit Ihren Kindern rausgehen, achten Sie darauf, ob es mit gehobenem Kopf läuft. Ähnlich wie mit der gebeugten Haltung des Körpers drückt ein permanent gesenkter Kopf Unsicherheit und Unbehagen aus.

Blickkontakt

Bei Gesprächen sollten Sie Ihren Kindern immer in die Augen schauen. So können sie sich daran gewöhnen und lernen im Umgang mit anderen, dem Vorbild Ihrer Eltern zu folgen. Das Beibehalten von Augenkontakt ist besonders hilfreich bei Präsentationen in der Schule oder anderen Events, bei denen Ihre Kinder vor einer größeren Menschenmenge stehen müssen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass der Blickkontakt nicht zu lange anhält, denn das könnte ansonsten als unangenehm empfunden werden. Stattdessen ab und zu den Blick wandern lassen und dann wieder Blickkontakt aufbauen.

Sprache und Lautstärke

Der Ton macht die Musik. Besonders Kinder neigen beim Sprechen öfters dazu lauter zu werden; versuchen Sie darauf zu achten. Zeigen Sie Ihren Kindern was für einen Unterschied die Stimme macht, indem Sie z.B. einen Satz in verschieden Lautstärken wiederholen. So bekommen Ihre Kinder ein Gefühl dafür, wie Sie auf andere wirken.

Rollenspiele helfen

Machen Sie Rollenspiele mit Ihren Kindern, bei denen Sie eine Situation mit unterschiedlicher Körpersprache darstellen. Benutzen Sie verschiedene Handgesten, Betonungen und Gesichtsausdrücke für dieselbe Situation. Danach fragen Sie Ihre Kinder, wie Sie die Situation wahrgenommen haben. Das hilft dabei die Wahrnehmung für die verschiedenen Arten der Körpersprache zu schärfen.