Elternbrief – Nein Sagen

Nein Sagen

Liebe Eltern,

wenn Kinder sprechen lernen, sind die ersten Worte relativ kurz und einfach. Wörter wie „nein“ hören sie häufiger als andere Wörter und sprechen natürlich nach. Später erkennen sie die Bedeutung und in einer trotzigen Phase nutzen sie es auch bewusst häufiger. Doch als Eltern vergisst man in schwierigen Situationen mitunter, dass es auch gut und wichtig ist, dass Kinder „nein“ sagen können.

Für die eigene Meinung einstehen

Das Wort des Monats muss deshalb aber nicht zwangsläufig „nein“ sein. Vielmehr geht es darum, den Kindern zu vermitteln, für ihre eigene Meinung einzustehen. Wenn das bedeutet auch mal eine Frage zu verneinen, ist es umso wichtiger. Besonders Kinder brauchen dafür Selbstbewusstsein und manchmal auch ein bisschen Mut, gerade Erwachsenen gegenüber. Aus diesem Grund sprechen wir in diesem Monat im Unterricht darüber.

Folgend haben wir Ihnen einige Tipps zusammengestellt, die ihrem Kind im Alltag helfen können:

Verantwortung übernehmen

Es geht nicht darum, dass Sie Ihre Kinder bitten den Tisch zu decken oder ihr Zimmer aufzuräumen und diese keine Lust haben und einfach immer „nein“ sagen. Aber jeder hat schon mal etwas gekauft und zu Hause festgestellt, dass es bereits kaputt ist. Handelt es sich hierbei um das neue Spielzeug des Kindes, kann es Verantwortung übernehmen und es selbst zurückbringen. Dies wird später eine ganz natürliche Situation im Alltag sein und wer früh darauf vorbereitet wurde, wird keine Schwierigkeiten damit haben.

Sich helfen lassen

Und auch die Kinder, die dazu scheinbar noch zu schüchtern sind, können langsam herangeführt werden. Manchmal überraschen sie uns doch mit ihrer offenen Seite. Wenn sie es sich nicht allein zutrauen, ist es ein erster Schritt, sich helfen zu lassen. Stärken Sie Ihr Kind auch dabei, indem Sie nicht sofort einschreiten, sondern lieber, wenn Ihr Kind Sie in dieser Situation um Hilfe bittet. Sie sind dann das beste Vorbild für Ihr Kind und beim nächsten Mal wird es souveräner mit dieser Situation umgehen.

Vertrauen zeigen

Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie Vertrauen zu ihm haben und auch in seine Fähigkeiten. Für Kinder ist dies sehr bestärkend und liebevolle lobende Worte sind Balsam für das Selbstvertrauen. Für das ganze Leben ist ein gesundes Selbstvertrauen eine solide Basis. Wer schwierige Situationen meistern muss, profitiert von einem guten Selbstbewusstsein und geht ganz anders an diese Situationen ran. Außerdem tun Sie Ihrem Kind etwas Gutes, wenn Sie es nicht über den Maßen behüten und ihm altersgerechte Freiräume geben.

Dem eigenen Gefühl trauen und sich nicht unterkriegen lassen

Gruppendruck ist ein Thema, was nicht häufig angesprochen wird, aber dennoch präsent ist. Kinder sind anfälliger als Erwachsene, wenn es darum geht, dass der Rest der Schulklasse eine andere Meinung zu einem Thema hat, als man selbst. Dann seine Stimme zu erheben und zu sagen „Ich sehe das anders“ ist sehr mutig. Bestärken Sie Ihr Kind darin, auf sein Gefühl zu vertrauen!

Mitbestimmungsrecht

Sie besprechen Familienangelegenheiten, die Ihr Kind betreffen? Lassen Sie es mitentscheiden! Wenn es Einwände hat, hören Sie zu und nehmen Sie die Meinung Ihres Kindes ernst. So zeigen Sie ihm nicht nur, dass es angenommen und akzeptiert wird, sondern auch das ernst genommen wird, was es sagt. Sind Sie anderer Auffassung, erklären Sie warum. Um im Gespräch zu bleiben sind Sätze wie „Findest du nicht auch, dass…“ hilfreich.