Selbstbewusstsein aufbauen – aber wie?

Eines der wichtigsten Dinge, die du deinem Kind für seine Zukunft an die Hand geben kannst, ist Selbstbewusstsein. Mit einer gesunden Portion davon wird es leichter und entspannter sein Leben bestreiten. Warum eine „gesunde“ Portion? Zu wenig Selbstbewusstsein macht Kinder ängstlich und oft zurückgezogener als andere. Kinder mit zu viel Selbstbewusstsein können schnell überheblich und gemein wirken. Wie so oft geht es um die richtige Balance. Mit dem richtigen Selbstbewusstsein geht euer Kind sicherer und stärker durch die Welt.

1. Kinder Grenzen setzen lassen

Auch Kinder müssen lernen „Nein“ zu sagen und müssen „Nein“ sagen dürfen! Keine Frage, Hausaufgaben müssen gemacht werden. Aber Kinder sollten auch einiges selbst entscheiden dürfen. Ein Beispiel: Ihr bekommt Besuch mit anderen Kindern. Beim Teilen der Spielsachen gibt es irgendwann meistens Streit. Euer Besuch geht doch aber auch nicht an alle Schränke und nimmt sich was er möchte. Sprecht vorher mit eurem Kind. Vielleicht ist nur das neue Spielzeug tabu und kann vorher weggeräumt werden. Etwas anderes teilt es dann vielleicht gerne zum gemeinsamen Spielen.

2. Fehler zulassen

Ohne Fehler kann keine Entwicklung stattfinden. Deshalb lasst sie zu und kritisiert euer Kind nicht dafür. Kinder, denen etwas nicht gelingt, sollen dazu angehalten werden es nochmal zu versuchen. Werden Kinder für Fehler reglementiert, bekommen sie irgendwann Angst davor welche zu machen und geben bei Schwierigkeiten eher vorher auf. Versucht lieber zu fragen, wie es auf die falsche Lösung gekommen ist und es zu bestärken einen anderen Weg zu finden. Tipps und Hilfestellungen sind natürlich erlaubt. Lösungen vorgeben nicht!

3. Nehmt euer Kind ernst

Zeigt eurem Kind, dass ihr euch für es interessiert. Fragt auch euer Kind, wie es ihm heute geht oder wie der Tag im Kindergarten war. Wenn es euch etwas erzählt, hört aufmerksam zu. Zeigt es euch etwas, seht richtig hin. Spielt ihr zusammen, legt das Telefon zur Seite. Nur so zeigt ihr eurem Kind, dass ihr es ernst nehmt. Außerdem lernt es so, selbst aufmerksam zu sein.

4. Gefühle zulassen

Positive, wie auch negative! Wut und Kummer haben genauso ihre Berechtigung wie Freude und Vergnügen. Und diese zu zeigen ist ganz normal. Sätze wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz!“ oder „Jetzt reiß dich mal zusammen!“ sind nicht hilfreich. Bei Krokodilstränen hilft eine Umarmung oft mehr als ein kluger Spruch.

Auch Langeweile sollte mal zugelassen werden. Kinder sind heutzutage von mehr Reizen umgeben als früher. Oft wird sofort der Fernseher angestellt, wenn der Satz fällt „Mir ist sooo langweilig!“ dabei ist es wichtig, Kreativität zu fördern und Kinder selbst überlegen zu lassen, womit sie sich jetzt beschäftigen könnten.

5. Helfen lassen

Kinder wollen und müssen Erfahrungen machen. Eltern, die ihre Kinder in der Küche nicht helfen lassen, sollte sich nicht beschweren, wenn diese in zehn Jahren nicht den Geschirrspüler ausräumen. Dass ein dreijähriges Kind nicht die scharfen chinesischen Messer wegräumt ist klar. Doch die Löffel kann es schon sortieren nach Groß und Klein und sie in die vorgesehene Schublade legen. Zugegeben, es dauert länger und es landet auch mal ein Löffel in der falschen Schublade. Die Autonomiephase in der Entwicklung, ungefähr mit 2-5 Jahren, ist dennoch wichtig in der Entwicklung der Kinder.

6. Dabei sein, Unterstützung geben

Wenn ihr euer Kind zur Selbstständigkeit erzieht, ist es dennoch wichtig seine Schritte zu begleiten. Das gibt jedem Kind Sicherheit, wenn es weiß, die Eltern geben Rückendeckung. Stellt es euch vor, als wäre euer Kind ein Fahrschüler und ihr der Fahrlehrer. Ihr gebt euerem Kind das richtige Handwerkszeug, um selbst ans Steuer zu gehen. Ihr lasst euer Kind fahren, seid aber dabei. Es trifft selbst Entscheidungen und lernt daraus. Wenn es brenzlich wird seid ihr da, um im Notfall einzugreifen.