Selbstverteidigung und die richtige Körpersprache

Eindeutige Körpersprache und verbale Konfliktlösungen spielen im Alltag oftmals eine größere Rolle als die richtigen Selbstverteidigungstechniken. Deshalb besteht unser Unterricht auch zu einem Großteil aus Rollenspielen, in denen Du Übungen anhand realitätsnaher Szenarien austesten kannst. Daraus entwickelst Du ein Gespür für ein angemessenes Verhalten im Ernstfall.

Kampf vermeiden

Grundsätzlich ist die beste Methode den Kampf zu vermeiden. Solltest Du ein unangenehmes Gefühl in einer Situation bekommen, versuche Dich selbstbewusst aus der Umgebung zu entfernen und den Konflikt zu umgehen.

Anhand der Rollenspiele lernst Du, wie Du im Konflikt reagieren solltest und auch, wie Du im Vorfeld auf einen potenziellen Angreifer wirkst. Es gibt bestimmte Signale, die dem Gegenüber vermitteln, dass mit wenig Gegenwehr zu rechnen ist. Dazu zählen zum Beispiel eine eingeknickte Körperhaltung, hängende Schultern und ein gesenkter Kopf. Für den Angreifer das ideale Bild eines „leichten Opfers“. Jetzt geht es also darum, dass Du Dich groß machst und zeigst, dass du kontern wirst. Richte Dich auf, atme tief ein und aus. Du signalisierst dadurch, dass Du siehst was auf Dich zukommt und bereit bist alles zu tun, um dir selbst zu helfen.

Jegliche Form der Gegenwehr verlängert die Situation und macht andere Personen darauf aufmerksam, die dann zur Hilfe einschreiten können.
Idealerweise schrecken deine Körpersignale den potenziellen Täter soweit ab, dass er gar keinen Angriff versucht auszuführen. Falls es aber doch dazu kommen sollte, ist es wichtig zunächst Distanz aufzubauen. Wenn Dir eine Situation unangenehm vorkommt, kann es durchaus passieren, dass Du den Abstand anders wahrnimmst. Während Dir im Alltag der Abstand ganz normal vorkommt, kann Dir die gleiche Distanz in so einer Situation zu nahe sein. Zunächst ist es so, dass jeder ein anderes Gefühl für Nähe verspürt und es kein richtig oder falsch gibt.

Abstand halten

Bereits als Kinder erlernen wir in bestimmten Situationen angemessen viel Abstand zu halten. Während wir die Tante gerne in den Arm nehmen zur Begrüßung, würden wir einer uns fremden Person eher die Hand geben oder winken. Leider gibt es aber auch Menschen, die anderen bewusst oder vielleicht auch unbewusst aufdringlich nahe kommen.

Wie gehst Du jetzt damit um, wenn Dir jemand zu nahe kommt? Ganz wichtig ist es in diesem Fall Grenzen zu setzen – verbal und nonverbal. Betrachte die Situation, in der Du Dich befindest, und versuche einzuschätzen wie du dich am geschicktesten ausdrücken kannst, um die Situation zu entschärfen. Was solltest du sagen und was besser nicht? Wie formulierst du es? Welche Signale kannst Du mit Deiner Gestik und Mimik senden?

Auf dein Gefühl hören und Grenzen setzen

Höre auf Dein Gefühl und setze klare Grenzen. Bleibe dabei authentisch und achte darauf, dass Deine Wortwahl mit Deiner Körpersprache übereinstimmt. So wirst Du ernst genommen und respektiert. Deine Körpersprache ist für die andere Person oft aussagekräftiger und präsenter als das Gesprochene. Daher kann es schnell dazukommen, dass deine Gestik falsch aufgefasst wird, wenn sie nicht zu Deinen Worten passt.

Verschaffe dir Gehör

Indem Du lernst Deine Körpersprache mit Deinen Worten zu verbinden und somit eindeutige Signale zu senden, wird eine Situation auch für Außenstehende klar erkennbar. Es ist enorm wichtig die Öffentlichkeit mit einzubeziehen, um in einer gefährlichen Situation Hilfe und Zeugen zu bekommen. Überlege Dir also wie Du es schaffst deine Lage zu vermitteln und Hilfe einzufordern. Klare Aussagen ohne Beleidigung oder Abwertung, können in dieser Situation hilfreich sein. Dadurch erkennen Außenstehende in welcher Rolle Du Dich befindest und, dass Du gerade Hilfe brauchst. Auch Deine Mimik sollte so neutral wie möglich sein, denn durch einen angewiderten Gesichtsausdruck könnte sich Dein Gegenüber vielleicht provoziert fühlen und mit weiteren Angriffen reagieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, um sich Gehör zu verschaffen und auf sich aufmerksam zu machen, ist lautes Schreien. Damit erschreckst Du nicht nur Deinen Gegner und bringst ihn aus der Fassung, Du wirst auch von Außenstehenden besser wahrgenommen. Diese können die Gefahrensituation einschätzen und helfen oder die Polizei rufen. Und selbst wenn der Schrei nicht gehört wurde, muss der Täter damit rechnen, dass jemand aufmerksam wird und er bei der Tat gesehen wird, was ihn zur Flucht verleiten kann. Während er verunsichert wird, kannst Du Verteidigungstechniken wirkungsvoll und mit viel Kraft ausführen während Du schreist.

Aus der Situation fliehen

Sobald sich die Möglichkeit für Dich ergibt der Situation zu entkommen, ob durch Hilfe von außen oder eine Gelegenheit wegzulaufen, nutze sie. Letztendlich geht es um Deine Gesundheit und Sicherheit.