Elternbrief – Angst

Elternbrief – Angst

Jeder von uns hat vor etwas Angst. Einige der bekanntesten Ängste sind die Angst vor Höhen, Spinnen oder Platzangst.

Angst entsteht häufig durch Unwissenheit oder aus ungewohnten Situationen. Als Kind erlebt man besonders viele von diesen Situationen. Vieles ist noch neu und ein großes Abenteuer, welches Ungewissheit mit sich bringt.

In diesem Monat möchten wir uns gemeinsam diesen Ängsten stellen und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie die Ängste Ihres Kindes reduzieren können.

Angst – ein wichtiges Gefühl

Angst an sich ist ein wichtiges Gefühl. Es warnt uns vor Gefahren und verhindert, dass wir leichtsinnige Dinge tun. Deshalb ist es wichtig herauszufinden, woher die Angst kommt. Ist es ein Warnsignal? Oder ist die Angst durch Unsicherheit entstanden?

Angst ernst nehmen

Psychologie-Professorin Silvia Schneider rät dazu, die Ängste Ihrer Kinder ernst zu nehmen und darüber zu sprechen. Wovor hat das Kind Angst? In welcher Situation kommt diese Angst zu Vorschein? Durch das Gespräch sollten Ängste relativiert und in den Kontext eingeordnet werden. Wenn eine Angst jedoch noch nicht stark ausgeprägt ist, ist es manchmal besser, sie ein Stück weit zu ignorieren, damit sie nicht zum Hauptfokus in der Familie wird.

Hat Ihr Kind Angst vor dem Monster im Schrank oder vor der Dunkelheit? Gehen Sie mit Ihrem Kind die Orte im Zimmer durch, welche ihm Angst machen und zeigen Sie, dass Sie ihre Ängste nicht als lächerlich empfinden.

Häufige Ängste

Besonders die Angst vor dem Alleinsein, vor fremden Menschen oder Tieren kommt häufig im jungen Alter vor. Aber auch Ängste, die durch neue Lebensumstände oder unangenehme Situationen entstehen, wie z.B. häufige Streitereien der Eltern, Trennung oder Scheidung, sind bei Kindern nicht ungewöhnlich.

Ängsten entgegenwirken

Um diesen Ängsten entgegenzuwirken, ist es wichtig, dem Kind Halt zu geben. Durch tröstende Zuwendung der Eltern und körperliche Nähe können Ängste reduziert werden.

Die Steigerung des Selbstwertgefühls ist ebenfalls eine gute Art und Weise gegen Ängste vorzugehen. Dies funktioniert am besten durch Erfolgserlebnisse. Geben Sie Ihrem Kind kleine Aufgaben, die es regelmäßig bewältigen kann und ihm das Gefühl geben, ein wichtiger Bestandteil der Familie oder einer Gruppe zu sein.

Achten Sie darauf, welche Sendungen Ihr Kind im Fernsehen sieht. Lassen Sie Ihr Kind keine Filme und Sendungen schauen, die nicht dem Alter entsprechend sind. Auch wenn Ihr Kind reif für sein Alter erscheint, können falsche Filme oder Sendungen der Auslöser für unterschiedliche Ängste sein.

Ängste verarbeiten

Das Verarbeiten der Ängste ist ebenfalls wichtig. Lesen Sie Ihrem Kind Märchen oder Geschichten vor, die von Ängsten handeln und wie der Held der Geschichte diese überkommt. Versuchen Sie gemeinsam Lösungen zu finden. Kinder haben viel Fantasie, besonders bei kleinen Kindern kann ein Kuscheltier oder die Lieblingsdecke ein Gefühl von Sicherheit geben. Achten Sie darauf, dass diese in der Nähe sind, damit sich Ihr Kind sicherer fühlt.

Vorbild sein

Und vor allem gilt: Seien Sie selbst ein Vorbild.
Ängste zu haben ist natürlich, allerdings tendieren Kinder von sehr ängstlichen Eltern dazu, ebenfalls ängstlich zu werden. Versuchen Sie nicht unnötige Ängste zu fördern. Andersherum können Sie so auch die Ängste Ihres Kindes mindern. Falls Ihr Kind z.B. Angst vor Hunden hat, zeigen Sie wie Sie ohne Angst (mit bekannten) Hunden umgehen.