Wenn Fremde Kinder ansprechen

Wenn Fremde Kinder ansprechen

Langsam naht wieder die dunkle Jahreszeit. Je früher die Sonne untergeht, desto mehr wächst die Sorge der Eltern, dass ihre Kinder Opfer von Übergriffen werden können. Unterstützt durch negative Schlagzeilen, scheint dies realer als je zuvor. Auf diese Gefahr bereiten wir Kinder altersgerecht und ohne Panik vor. Doch wie sollen Kinder sich im Umgang mit Fremden am besten verhalten? Wir haben Tipps zusammengestellt, um euch diesen Weg zu erleichtern und vielleicht eine Hilfestellung sein zu können.

Selbstbewusstsein als Schlüsselfigur

Es gibt wenig Wichtigeres für Kinder als ein gesund entwickeltes Selbstbewusstsein. Dies stärkt ihr am besten dadurch, dass ihr euren Kindern aufmerksam zuhört und ihre Erzählungen ernst nehmt. Erzählen sie beispielsweise, dass sie jemand Fremdes auf ihrem Weg nach Hause bemerkt haben, muss das natürlich nichts Schlimmes sein und sollte euch auch keine Angst machen. Gleichzeitig solltet ihr dem Kind vermitteln, dass es euch alles erzählen kann. Dadurch bekommt es Selbstvertrauen und wird euch als eine Vertrauensperson wahrnehmen. Dementsprechend erzählt es ihnen eher von unangenehmen Situationen, die vielleicht potenziell gefährlich werden können. Sie sind dabei ihr sicherer Hafen. Ein Kind, dass Aufmerksamkeit und Fürsorge erfährt und altersgerecht unterstützt wird, entwickelt eine stärkere Art von Selbstbewusstsein. Im Gegensatz dazu steht ein Kind, dass nur mit wenigen dieser Gefühle aufwachsen muss. Sollte euch in den Erzählungen etwas besonders verdächtig vorkommen, könnt und solltet ihr den Vorfall in der Schule und anderen Eltern und gegebenenfalls mit der Polizei besprechen.

NEIN!

Klar und deutlich „Nein, das will ich nicht“ sagen zu können, fällt vielen Kindern sehr schwer. Sie müssen es gezielt üben. Dies findet nicht nur Anwendung bei Konflikten mit Gleichaltrigen. Übergriffe von Erwachsenen sind durch deren Größe noch einschüchternder. Nur durch klare Ansagen kann man auch Passanten auf die Situation aufmerksam machen und Hilfe erhalten. Das Kind muss wissen, dass es zu jederzeit erlaubt und wichtig ist, sein eigenes Unwohlsein auszudrücken. Ganz besonders dann, wenn es mit unbekannten Personen in Kontakt gerät, ist es unerlässlich.

Kleinigkeiten im Bekanntenkreis können dazu beitragen. Ein bekanntes Beispiel ist der Kuss von Oma auf die Wange. Mag ein Kind dies nicht, sollten die Eltern es unterstützen und vermitteln, dass es okay ist, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Für den Ernstfall sollte konkret beigebracht werden, bei Fremden laut zu werden und gezielt nach Hilfe zu rufen. Sie müssen nicht aus Höflichkeit mit Fremden sprechen und niemals persönliche Auskünfte geben. Außerdem müssen Kinder wissen, wie sie beispielsweise Personen beschreiben oder mit der Polizei sprechen. Vergesst dabei aber nicht, dass Kinder nicht mit Panik aufwachsen, sondern nur gerüstet sein sollten, falls sie in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.

Möchtest du einen echten Welpen sehen?

Klingt der Satz wie aus einem Film, so ist an ihm doch etwas Wahres dran. Kinder müssen lernen, dass sie sich nicht von Lockmitteln wie Süßigkeiten, Tiere und anderen anziehenden Dingen beeinflussen lassen. Schaffen Sie bei Ihren Kindern ein Bewusstsein für solche Lockmittel. Um darauf nicht hereinzufallen und selbstsicher zu reagieren, heißt es üben! Außerdem müssen Kinder wissen, dass diese Versprechungen auf keinen Fall der Wahrheit entsprechen. Auch hier heißt es wieder: laut werden, andere auf sich aufmerksam machen und schnell von der Situation entfernen.

Kinder sollten stetig daran erinnert werden, niemals mit Fremden mitzugehen oder gar in ihr Auto zu steigen. Da sie sich schnell ablenken lassen und immer wieder Neues lernen, sollte diese Information fest in ihren Köpfen verankert sein. Bestärkt eure Kinder darin, dass ihr niemals eine fremde Personen zum Abholen schicken würdet! Eine Idee dazu wäre es, ein geheimes Codewort in der Familie zu etablieren. Wenn es mal dazu kommen sollte, dass jemand zum Fahren einspringen muss, gibt dieses Wort mehr Sicherheit. Am Besten bliebt es aber, Kinder zu niemand Fremden einsteigen zu lassen, um keine falschen Verhaltensweisen einzuprägen.

Die Gruppe als Schutzinseln

Kinder in einer Gruppe bilden einen Schutzwall für sich selbst. Egal ob sie zusammen spielen oder von der Schule gemeinsam nach Hause gehen. Sie machen sich zu einem schwer erreichbaren Ziel, dass viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen wird. Damit ist der Risikofaktor zu hoch für einen Angreifer. Lasst eure Kinder immer bekannte und belebte Wege gehen. Abkürzungen sind häufig abgelegener. Auf wichtigen Wegen sollten Eltern auch gemeinsam mit ihren Kindern gewesen sein und sie auf Restaurants, Geschäfte und Büros hinzuweisen. Diese erfüllen dann die Funktion eines ersten Ansprechpartners und sind ein sicherer Hafen, wenn sie sich bedroht fühlen.

Vertrauensbasis Namen

Immer wieder hören Eltern, dass sie die persönlichen Gegenstände der Kinder wie Schulrucksack und Trinkflasche beschriften sollen. Es soll nichts verloren gehen oder verwechselt werden. Das hat natürlich seine Daseinsberechtigung, aber auch hier können Vorsichtsmaßnahmen genutzt werden. Beschriftet den Ranzen von Innen und die Flasche von unten Im Streitfall wird der Name gefunden, ist aber nicht für jeden offensichtlich. Werden Kinder mit Namen angesprochen, ist es leichter, sie von einer persönlichen Verbindung zu überzeugen. Woher auch sonst sollte der Mann oder die Frau meinen Namen kennen, ist dann der Gedankengang.

Sprecht mit Kindern über potenziell gefährliche Situationen und übt diese mit ihnen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Stellt dabei sicher, dass vieles altersgerecht verpackt wird, um sie nicht panisch und stets ängstlich werden zu lassen. Immerhin wollt ihr ja ihr Selbstbewusstsein fördern. Wichtige Dinge, wie nicht mit Fremden mitzugehen und in ihr Auto zu steigen, sollten allerdings ernst und dringlich und immer wieder vermittelt werden. Es ist wichtig, dass Schwierigkeiten als solche wahrgenommen werden.